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Neuigkeiten

Grossteiler Ebene – eine gewöhnliche und faszinierende Kulturlandschaft

Die Grossteiler Ebene entstand, als die Menschen vor einigen hundert Jahren den Wald zu roden begannen, der wohl ähnlich aussah wie jener, der heute zwischen den Schutzdämmen der Laui wächst. Es brauchte viel Arbeit, bis der steinige Boden für die Bauern etwas hergab. Doch nach und nach wurden Bauernhöfe gegründet, Kleingewerbe siedelte sich an und sogar eine eigene Pfarrkirche wurde gebaut. Die heutige Bauweise ist für die BewohnerInnen der Ebene eine Selbstverständlich-keit, bei BesucherInnen von auswärts löst sie viel Lob und gar Begeisterung aus.

In den letzten Jahrzehnten ergaben sich einige kritische Entwicklungen. Bauformen und -materialien werden in ihrer ganzen Vielfalt auch hier gewählt. Viele ältere Bauten, die nicht mehr genutzt werden, bleiben bestehen und brauchen dadurch Fläche und verstellen den Raum. Die alten gewerb-lichen Nutzungen werden durch neuzeitliche abgelöst. Soll das traditionelle Bild der Kulturlandschaft zementiert werden, sozusagen als «lokaler Ballenberg»? Der Gemeinderat kam zum Schluss, dass eine Kulturlandschaft von jeder Zeit neu geprägt wird und sich deshalb weiter entwickeln soll. Dabei sollen traditionelle Elemente einen Platz haben. Die hohe Wohnqualität soll erhalten werden. Neuzeitliche Formen von Gestaltung und Nutzung sollen möglich sein, unter Beibehaltung des offenen Landschaftscharakters. Faszinierende Ziele, die nicht einfach zu erreichen sind!

Der Gemeinderat entschloss sich, die Herausforderung anzunehmen. Fast gleichzeitig meldete sich die Hochschule Luzern (HSLU), die exakt ein derartiges Projekt bearbeiten wollte. So wurde das gemeinsame Projekt im 2018 gestartet. Eine Begleitgruppe mit Vertretern des Kantons, der Gemeinde und ausgewählten FachexpertInnen diskutierte regelmässig unter der Leitung der HSLU über die aktuellen Fragen. In zwei Workshops mit grosser Beteiligung der BewohnerInnen der Grossteiler Ebene erarbeitete man ein wichtiges Zwischenergebnis, das sog. «Zielbild». Dieses umschreibt, in welche Richtung sich die Kulturlandschaft entwickeln soll. Es enthält Aussagen mit einem bemerkenswerten Konsens. Die Begleitgruppe und die Hochschule entwickelten daraus eine ganze Reihe von Empfehlungen, die für die gewünschte Weiterentwicklung nützlich sein können. In kreativen Arbeiten entwarfen Studierende der Hochschule beispielhafte Nutzungen und Gestaltungen für ein ausgewähltes Gebäude. Eine Auswahl der Bachelor Diplomarbeiten der HSLU konnten 2019 im Historischen Museum in Sarnen besichtigt werden. Das Siedlungsinventar zeigt anschaulich auf, wie jedes Jahrhundert mit charakteristischen Stilelementen seine erkennbaren Spuren hinterlassen hat.

Noch fehlen die konkreten Massnahmen, die dazu führen sollen, dass der Charakter der Grossteiler Ebene auch in Zukunft erhalten bleibt und gleichzeitig eine Weiterentwicklung möglich ist. Diese Konkretisierung wird integriert in die Erarbeitung des Masterplans für die Gemeinde Giswil. Die übergeordneten Gesetze, vor allem das Raumplanungsgesetz, geben dazu einen engen Rahmen vor. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, die Gesamtzahl der Gebäude konstant zu halten und gleichzeitig eine dynamische und ansprechende Landschaft zu fördern.

Der Gemeinderat freut sich auf die weiteren Diskussionen. Schön, dass wir in eigener Kompetenz den verbleibenden Spielraum nutzen und unsere Zukunft gestalten können.

Beat von Wyl, Gemeindepräsident


Dokumente 201020_Handout_Rundgang_web.pdf (pdf, 24548.9 kB)
201020_Leitlinien_Giswil_web.pdf (pdf, 16419.6 kB)
201020_Siedlungsinventar_Giswil_web.pdf (pdf, 40946.6 kB)
210420_Zielbild_Grossteiler_Ebene.pdf (pdf, 7016.2 kB)


Datum der Neuigkeit 12. Juli 2021